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Fairtrade-Blumenfarmen kämpfen um Existenz

Die Kosten steigen, die Nachfrage sinkt: Fairtrade-Blumenfarmen in Ostafrika fürchten um ihre Existenz, die Lebensgrundlage von zehntausenden Blumenarbeiter:innen ist gefährdet. Fairtrade Max Havelaar ruft deshalb alle Konsument:innen dazu auf, beim Blumenkauf zum Muttertag Fairtrade-zertifizierte Blumen zu bevorzugen.

Leah Wanjiru, eine Arbeiterin bei der Fairtrade-zertifizierten Blumenfarm Valentine Growers in Kiambu, Kenia. Foto: © Fairtrade / Funnelweb Media

Während die Preise für Schnittblumen aktuell fallen, steigen die Produktionskosten weiter an. Seit dem Beginn der Pandemie erhöhen sich die Kosten für Luftfracht stetig. Bei diesem Trend ist noch kein Ende in Sicht. Zudem werden Dünger und Pflanzenschutzmittel, die oft aus Russland importiert wurden, immer teurer – die Ausgaben bewegen sich aktuell auf historisch hohem Niveau. Darüber hinaus bedroht die Inflation in Kenia die Ernährungssicherheit der Bevölkerung. Arbeitsplatzsicherheit von Arbeiter:innen und Lohnentwicklungen in Richtung Existenzminimum sind heute nötiger denn je, stellen jedoch einen weiteren Kostenfaktor für die ohnehin schon stark belasteten Farmen dar. Es wird sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich, die Löhne auf Blumenfarmen schrittweise anzuheben, wenn sich nicht alle Akteure in der Lieferkette an den Kosten der Farmen beteiligen.

Weniger Bestellungen

Hinzu kommt: Der Absatz von Schnittblumen ist im ersten Quartal des Jahres 2022 zurückgegangen. Davon betroffen sind nicht nur konventionelle, sondern auch Fairtrade-zertifizierte Blumenfarmen. Gründe dafür gibt es gleich mehrere. Einerseits kaufen Konsument:innen wieder weniger Schnittblumen. Andererseits fällt aufgrund des Krieges der für den Blumenexport wichtige russische Markt weg, was nicht nur die Nachfrage verringert, sondern auch die Preise in anderen Märkten drückt. Darüber hinaus ist der Detailhandel nach dem Corona-Rekordjahr 2021 für Schnittblumen und dem jetzigen Rückgang der Nachfrage vorsichtig bei Bestellungen. Dadurch bleiben Importeure und Fairtrade-Farmen auf Volumen sitzen.

Lebensgrundlage von Zehntausenden gefährdet

So naheliegend die Gründe für den Absatzrückgang und die Steigerung der Produktionskosten sind, so frappierend sind die Folgen: Es geht um nichts weniger als die Lebensgrundlage von zehntausenden Blumenarbeiter:innen. Sollte es zu Farm-Schliessungen kommen, werden diese nicht mehr in der Lage sein, ein Einkommen für ihre Familien und sich zu erwirtschaften. Wenn die Blumenfarmen dieser immensen Belastungsprobe nicht standhalten können, wird es nicht mehr möglich sein, eine perspektivisch wieder steigende Nachfrage nach fair gehandelten Schnittblumen zu beantworten. 

Zum Muttertag ein Zeichen setzen

Daher ist es gerade jetzt umso wichtiger, dass die Konsument:innen weiterhin stabile Mengen an Fairtrade-Schnittblumen nachfragen. Nur so kann die Blumenindustrie in Ostafrika weiter ein relevanter Faktor für wirtschaftlichen Aufschwung bleiben und faire Arbeitsplätze für zehntausende Blumenarbeiter:innen garantieren. Fairtrade Max Havelaar ruft deshalb alle Konsument:innen dazu auf, beim Blumenkauf zum Muttertag Fairtrade-zertifizierte Blumen zu bevorzugen. Fairtrade-Blumen sind in zahlreichen Filialen von Coop, Migros, Aldi und Lidl sowie bei ausgewählten Floristen erhältlich. Mit der Fairtrade-Floristen-Suche finden Konsument:innen rasch und unkompliziert Blumenhändler mit einem Angebot an Fairtrade-Blumen.